Du willst das eine und tust das andere? Lerne mit widersprüchlichem Verhalten umzugehen.

Was kannst du von den besten Therapeuten lernen?

Dieser Frage wollte ich nachgehen: Ich bewarb mich für ein halbjähriges Praktikum im Milton Erickson Institut Heidelberg. In diesem Institut demonstrieren viele für ihre wirkungsvolle Arbeit bekannte Therapeuten ihre Ideen, Haltungen und Konzepte.

Viele dieser Konzepte waren eine große Bereicherung für mich – eins ganz besonders. Über diese Idee will ich in diesem Artikel schreiben.

Das Konzept hilft dir, besser zu verstehen, was in dir los ist, wenn du Dinge tust, die du eigentlich nicht tun wolltest. Es unterstützt dich in solchen Situationen emphatisch und mitfühlend mit dir umzugehen. Nicht nur das: Die Idee hilft dir auch widersprüchliches Verhalten von anderen zu verstehen und somit emphatischer und mitfühlender mit anderen zu sein.

Wenn Mitgefühl und Empathie zwei Dinge sind, die du mehr in dein Leben bringen willst, dann lies jetzt unbedingt weiter:

Nehmen wir an, du hast dir am Vorabend den Wecker eine Stunde früher gestellt als sonst, damit du morgens noch eine Runde joggen kannst. Am Morgen wachst du auf, drückst schlummern, drehst dich im Bett und ziehst dir die Decke über den Kopf.

Eine Stunde später stehst du zur üblichen Zeit auf. Du ärgerst dich und verurteilst dich dafür, dass du es nicht geschafft hast, früh aufzustehen.

Das ist ein Beispiel von vielen für widersprüchliches Verhalten. Wir wollen eine Sache und “Es” passiert die andere.

Wie kommt es zu solchem Verhalten?

Was viele Therapeuten und Berater annehmen, ist, dass unsere “gesamte Person” (Ich/Raphael) eigentlich ein System aus verschiedenen Ich-Anteilen ist. Häh?

Jep, du bist nicht eine/r sondern viele.

Zum Beispiel gibt es da den kompetenten Trainer Raphael. Der präsentiert ruhig und selbstsicher. Wird dieser Raphael hinterfragt oder kommt ein Konflikt auf, springt ein Teil aus seiner Kindheit an und übernimmt das Steuer. Der kleine Raphael verfügt allerdings noch nicht über so viel Erfahrung wie der große Raphael. Dem entsprechend sind seine Lösungsversuche… naja… seine Lösungsversuche beinhalten meistens auf die eine oder andere Art, den Kopf einzuziehen.

mitfühlend

Die bevorzugte Lösungsstrategie meiner jüngeren Ich-Anteilen.

Das Beispiel soll zeigen: In jeder Situationen sind wir mit einem dieser Ich-Anteilen identifiziert. Diese Ich-Anteile unterscheiden sich in ihren Erfahrungen, Wünschen, Annahmen und Lösungsversuchen. Durch diese Unterschiede kommt unter anderem widersprüchliches Verhalten zustande.

Diese Ich-Anteile werden durch Wahrnehmungen, Gedanken, bestimmte Situationen getriggert. Das heißt, sie springen an und übernehmen für einige Zeit das Steuer – lenken unser Verhalten. Während du mit einem Ich-Zustand völlig identifiziert bist, sind alle anderen Backstage oder ausgeblendet:

Anteil A: “Ich weiß nicht, wie ich das schaffen soll…”
Anteil B: “Reiß dich doch zusammen!”
Anteil A: “Aber das ist alles so schwer…”

Der Wechsel zwischen diesen verschiedenen Ich-Anteilen ist unmerklich. Es passiert von einer Sekunde auf die nächste und du musst schon genau hinsehen und -hören, welcher Anteil jetzt am Steuer ist. Vielleicht ist das auch der Grund, warum wir grundsätzlich davon ausgehen ein einzelnes, konsistentes Ich zu besitzen?

Einen Wechsel erkennst du z.B. an deinen Gedanken und Gefühlen: In einem Moment fühlst du dich überfordert und schwimmst in Selbstmitleid. Im nächsten Moment verachtest du dich für deine Schwäche. Du hast Gedanken wie: “Wie kann ich nur so schwach sein…”

Gollum in Herr der Ringe veranschaulicht einen solchen inneren Dialog zwischen verschiedenen Ich-Anteilen –  nur eben etwas… auffälliger:

Vielleicht denkst du: Das ist ja schizophren!

Jep, meistens sogar multiphren.

Zu dieser Annahme der “Ich-Vielheit” passen auch Modelle der Gedächtnisforschung. Ein Modell in der Gedächtnisforschung (episodisches Gedächtnis) geht davon aus, dass unser Gehirn Erlebnisse und damit zusammenhängende Gefühle, Wahrnehmungen, Erfahrungen und Annahmen speichert.

Wenn wir als Kind von einem Spielturm runterfallen, speichert unser Gedächtnis den Geruch des Turms, der Wiese, das Gefühl der Angst und des Schmerzes und alle anderen Wahrnehmungen (außen und innen) als Erlebnis ab. Dieses Erlebnis wird mit unseren damaligen Erfahrungen, geistigen Fähigkeiten und Annahmen verknüpft.

Wenn wir als Erwachsene auf einem Holzturm stehen und runterblicken, dann werden genau diese Erinnerungen wach: Der Geruch von damals, das Gefühl des Schmerzes und der Angst. Aber das ist nicht alles: Zusätzlich zu den verschiedenen Wahrnehmungen, wird auch der Erfahrungsschatz, die Glaubenssysteme und Fähigkeiten von dieser Zeit aktiviert.

Das bedeutet, dass wenn dieser Ich-Zustand ans Steuer springt, meine Fähigkeit logisch zu denken, dem Level entspricht, das ich mit 6 Jahren hatte.

Unsere Erfahrung, viele Therapierichtungen¹, Gollum und das episodische Gedächtnismodell unterstützen diese Annahme der Ich-Vielheit, doch bewiesen ist sie nicht. Warum schreibe ich also überhaupt darüber?

Sie erlaubt dir, widersprüchliches Verhalten zu verstehen und dir selbst mit Mitgefühl und Verständnis zu begegnen!

Wann unsere Ich-Vielheit zum „Problem“ wird

Wir sind ein System aus verschiedenen Ich-Anteilen. Diese Ich-Anteile stehen in Beziehung zu einander (sind verbunden) und ergeben auf einer höheren Ebene unsere Person.

Übervereinfacht erschaffen wir ein Problem, wenn wir unser “Ich-System” aus den verschiedenen Ich-Anteilen in gewünschte (richtige) Anteile und unerwünschte (falsche) Anteile spalten.

Ich-Zustände die üblicherweise nicht erwünscht sind: Ängstliche, abwertende, kindliche oder stark unlogische Teile.

Wie in jedem System hat allerdings jeder einzelne Teil seinen Zweck und Berechtigung. Außerdem lassen sich die verschiedenen Anteile auch nicht löschen. Deswegen ist es unsere Aufgabe, diese verschiedenen, abgespaltene Anteile wieder in unser Gesamtsystem zu integrieren.

Das klingt abstrakt für dich? Sorry – jetzt wird es konkreter:

Mediation zwischen verschiedenen Anteilen

Ein innerer Konflikt entsteht dann, wenn zwei oder mehr Anteile unterschiedliche Interessen/Präferenzen/Gefühle haben:

  • Ein Anteil will früh aufstehen, ein anderer nicht.
  • Ein Anteil fühlt sich aufgrund verschiedener Umstände überfordert ein anderer verurteilt, diesen Anteil für seine/ihre Schwäche.
  • Ein Anteil will abnehmen/Rauchen aufhören, ein anderer nicht.
  • etc.

Du erinnerst dich an den Abschnitt oben: Wir sind immer mindestens mit einem Anteil identifiziert (meistens ohne es zu merken). Dieses Muster durchbrechen wir im ersten Schritt:

Anstatt unreflektiert den verschiedenen Anteilen die Bühne für einen Schlagabtausch zu gewähren, versuche zu erkennen, welche Anteile in dir gerade im Konflikt zu einander stehen.

Z.B. Einen Kindheits-Anteil, der sich überfordert fühlt und ein älterer Teil, dem das nicht gefällt und den jüngeren Anteil dafür abwertet.

Teil A: “Ich werde das nie schaffen.”
Teil B: “Du hast ja auch noch nie etwas wirklich auf die Reihe bekommen.”

Tritt jetzt in gedanklich einen Schritt zurück und beobachte diese Anteile mit etwas Distanz. Identifiziere dich mit dem Teil in dir, der einfach nur beobachtet. Manche sagen Gewahrsein, andere Bewusstsein – du weißt, was ich meine. Ansonsten kommentiere unten. 😉

Wenn du mit diesem Teil in dir identifiziert bist, kannst du auf deine verschiedene Ich-Anteile mit etwas Distanz blicken und zwischen den Anteilen vermitteln.

Frage dich: Worum geht es dem Anteil, der sich überfordert fühlt. Was braucht dieser Anteil?

Womöglich Schutz, Geborgenheit, Liebe…

Und was braucht der Anteil, der dich verurteilt. Worum geht’s dem?

Dieser Anteil will Stärke sehen, er/sie will die Gewissheit, dass das Bestmögliche für die Ziele getan wird.

Diese Motive sind nur Vermutungen. Für deine inneren Anteile mag es etwas ganz anderes sein. Die Art und Weise, wie diese Anteile mit sich umgehen, wird so aber transformiert: Es geht nicht mehr darum, was welcher Anteil falsch macht, sondern um die verständlichen Motive der verschiedenen Anteile.

Während du zwischen verschiedenen Anteilen vermittelst, frage dich immer wieder, wer in dir gerade am Steuer ist. Es geht schneller als wir denken, dass wir wieder mit einem verurteilenden Anteil identifiziert sind.

Du kannst die Mediation abschließen indem du die involvierten Anteile fragst, ob sie die anderen Ich-Anteile annehmen können, wie sie sind.

Benennung von verschiedenen Anteilen

Vielleicht kennst du einige Bücher/Methoden, in denen den Anteilen Namen gegeben werden. Gängige Namen für verschiedene Anteile sind:

  • das innere Kind
  • ein Antreiber
  • ein innerer Kritiker
  • etc.

Ich bin sehr vorsichtig, diesen Anteilen Namen zu geben (wie du bemerkt hast, habe ich die Anteile in diesem Artikel kaum benannt). Aus folgenden Gründen:

Jeder Anteil steht für ein wertvolles Anliegen, Bedürfnis, das seine Berechtigung hat. Die Anteile haben nur nicht gelernt, dieses Anliegen effektiv und konstruktiv auszudrücken. Das Ziel sollte also letztlich sein, konstruktive Zusammenarbeit und Akzeptanz zwischen diesen Anteilen herzustellen. Namen wie z.B. innerer Kritiker oder Antreiber sind allerdings negativ besetzt und verleiten dich, diese Anteile verbannen zu wollen.

Das klappt allerdings nicht: Diese Anteile sind ein Teil von uns (Teil unseres inneren Systems) und lassen sich nicht austreiben. Jeder Versuch sie zu vertreiben, ist vergeblich und macht den Graben zwischen den verschiedenen Anteilen letztlich nur tiefer.

Das ultimative Ziel sollte sein, diesen Anteilen zu helfen, sich anders auszudrücken und sie so zu “integrieren”.

Wann immer du deinen Anteilen Namen gibst, sei dir bewusst, dass diese Namen eine Wirkung darauf haben, wie du mit diesen Teilen in Beziehung gehst. Ist diese Wirkung förderlich, um diese Anteile zu versöhnen oder weniger förderlich? Das sollte dein Kriterium sein, falls du Anteile benennst.

Akzeptanz und Achtsamkeit

Zwischen deinen Anteilen zu vermitteln, kann eine ziemlich anspruchsvolle Arbeit sein. Manchmal kannst du das Vermitteln auch ganz weglassen. Sei dir deiner “Ich-Vielheit” einfach nur bewusst und frage dich: “Wer in mir ist gerade am Steuer?” Was auch immer die Antwort ist: Begegne ihr achtsam und mit Akzeptanz.

Die Annahme der “Ich-Anteile” hat einige Vorteile:

Der größte Vorteil ist, dass wir einfach erklären können, warum unser Verhalten widersprüchlich ist. Am Abend stellt ein Ich in dir einen Wecker auf 6:00 Uhr, um joggen zu gehen. Morgens wacht ein anderes Ich auf, das keinen Bock hat, so früh joggen zu gehen und drückt den Schlummern-Knopf auf deinem Wecker.

Diese Annahme erklärt uns außerdem unlogische Vorstellungen bzw. unlogisches Verhalten. Eine unlogische Vorstellung ist z.B. “Wenn mir bloß ein Wunder passieren könnte, damit ich dieses Problem X nicht mehr hätte.”

Sind das nicht Vorstellungen und Verhaltensweisen, die wir als Kinder gezeigt haben? Mit hoher Wahrscheinlichkeit war in diesen Situationen auch ein Ich-Zustand aus unserer Kindheit am Steuer! (Was braucht dieser Ich-Zustand, wie können wir empathisch mit diesem Ich-Zustand umgehen?)

Sind wir uns dessen nicht bewusst, verstehen wir unser eigenes Verhalten nicht. Oft übernimmt ein Anteil das Steuer, der uns für die Schwäche und Irrationalität abwertet und verurteilt.

Die Annahme, dass wir viele Ich-Anteile haben, ist weder wahr noch eindeutig belegt. Mir hilft sie:

  • …mehr Verständnis und Mitgefühl für mich zu haben.
  • …Abstand auf leidvolles Verhalten/Erleben zu bekommen.

Dir auch? Probiere es aus. Nimm einen inneren Konflikt und beleuchte die verschiedenen Anteile, die involviert sind. Gehe die Mediation durch oder beobachte sie von oben.

Dieser Artikel ist einer der schwierigsten Artikel, die ich bisher geschrieben habe. Hat das irgendeinen Sinn für dich gemacht? Schreib mir ein Kommentar und lass mich wissen, was du dazu denkst!

Alles Liebe,
Raphael

Quellen, Fußnoten und mehr zum Thema:
¹ Diese Annahme wird mittlerweile in vielen Therapierichtungen genutzt: Unter anderem in der Teiletherapie, der Schematherapie (Zweig der Verhaltenstherapie), in der hypnosystemischen Beratung und Therapie, Psychodynamische und Imaginative Traumatherapie (Reddemann). Nicht nur Beratungsansätze auch Kommunikationsansätze berufen sich auf die “Ich-Vielheit” wie z.B Schulz von Thun in seinem Buch “Das innere Team”.
Episodisches Gedächtnis

  1. Hedi Antworten

    Raphael,

    dein Artikel ergibt sehr viel Sinn für mich. Mit genau diesen Situationen, in denen verschiedene Ichs agieren bin ich gerade oft konfrontiert, weil ich nach längerer Zeit nach Hause gekommen bin und beobachte, wie ich öfters in alte Muster falle.

    Ich bin mir im Vergleich zu früher jedoch bewusster darüber und beobachte, anstelle zu verurteilen. Es ist so schön und bringt mich sehr weiter. Ich verstehe, wieso ich Dinge mache, für die ich mich früher verurteilt habe.

    Danke für deinen Artikel. Mir scheint es, als würde man ein inneres Gespräch mit Gewaltfreier Kommunikation ausführen. Und das kann man echt lernen. Also mach weiter und spread the word.

    Danke,
    Hedi

    • Raphael Antworten

      Hey Hedi,

      danke für deinen motivierenden Kommentar. Genau so ist es: Kommunikation passiert im Innen als auch im Außen und umgibt uns irgendwie überall – das finde ich wunderbar. Denn wie du sagst: Kommunikation kann man lernen. 🙂

      Alles Liebe,
      Raphael

  2. Siri Antworten

    puhh…genau das, was ich heut gebraucht hab! ich bin nämlich heut wesentlich später aufgestanden, als mein gestriges ich das geplant hatte. fühlt sich sehr gut an, die „inneren wölfe zu zähmen“, falls du die Geschichte mit dem Indianer kennst…

    • Raphael Antworten

      Hey Siri, die Geschichte vom Indianer, der zwei Wölfe in sich trägt? 🙂

      Freut mich sehr, wenn der Artikel zur rechten Zeit fertig wurde und hilfreich war!

  3. Jürgen Antworten

    Hallo Raphael,

    habe den Artikel mit großem Interesse gelesen. Mir ist das Konzept, dass Du vorstellst, schon von Schulz von Thun bekannt. Für mich war und ist es manchmal noch hilfreich. Ich finde es praktisch leicht anwendbar und aus meiner Sicht hast Du es toll ausgeführt! Aber … 😉

    Mittlerweile denke ich, dass das Konzept generell in die falsche Richtung geht. Wieso? Der Ursprung ist die Identifikation mit einem Ich. Weil ich nun bspw. früher aufstehen will und ich es dann doch nicht tue habe ich ein „Problem“… kann ja nicht beides zugleich wollen.

    Um diesen „Konflikt“ auf zu lösen, teile ich mein Ich – in jenen Teil der aufstehen will und jenen, der nicht aufstehen will und moderiere „dazwischen“. Hm… hört sich das für Dich nicht eigenartig an?

    Vielmehr glaube ich, dass der „Schlüssel“ das von Dir genannte Gewahrsein oder Bewusstsein ist, ohne Identifikation. Aus meiner Sicht verfestigt diese Identifikation nur etwas, was nicht fest ist, oder zumindest nicht fest sein muss… .

    lg
    Jürgen

    • Raphael Antworten

      Hey Jürgen,

      danke für deinen Kommentar!

      Ich will mir sicher sein, dass ich die Message so verstehe, wie du sie rüberbringen wolltest:

      Wenn ich mein Ich aufteile, ist das dann so, dass es einfach nicht stimmig ist für dich?
      Oder denkst du, es hat wenig hilfreiche Auswirkungen auf X (Erfüllung, Glück etc.)?

      Hm ja Bewusstsein ohne Identifikation: Ich denke, da sehen wir die Realität jeweils anders – was ich OK finde. Ich erlebe meinen Geist/Bewusstsein so, dass immer etwas gerade assoziiert (identifiziert) ist und anderes dadurch dissoziiert (gerade nicht da, nicht identifiziert) ist. Wir sind traurig –> wir sind mit Gefühlen assoziiert/identifiziert. Wir sind in Gedanken –> mit Gedanken assoziiert. Ich „halte mein Bewusstsein in meinem Bewusstsein“ –> bin identifiziert/assoziiert mit meinem Bewusstsein. Diese Sicht habe ich aus der Hypnotherapie. Aber ich lege nicht meine Hand ins Feuer, dass ich die Annahme gerade entsprechend interpretiere. Damit müsste ich mich noch mehr beschäftigen.

      Zum Aufteilen des Ichs: Für mich war das tatsächlich lange Zeit eigenartig und nicht stimmig. Erst als ich in Kontakt mit Hypnotherapie und Ego-State-Therapie kam, wurde es für mich wirklich stimmig. Ich teile mich nicht auf, ich bin aufgeteilt – durch meine Erfahrungen/Erlebnisse etc. Und das ist OK – weil wie du sagst, der Schlüssel ist unser Bewusstsein oder „Meta-Ich“, das das bunte Treiben unserer Erlebnis-Ichs beleuchtet.

      Danke für deine wertvolle Anregung – fordert mich heraus, mein Verständnis weiter zu vertiefen.

      LG,
      Raphael

      • kyros Antworten

        Hey,

        Sehr spannender Gedanken Austausch. Ich kann beide Seiten nachvollziehen, und komme ganz kurz und bündig – für mich – auf den Schluss, dass es, wie bei vielen Belangen ein Mix aus beidem ist.
        Also Situationsbedingt würde das bedeuten :
        Entweder – der Anteil der nicht aufstehen möchte ist der „faule“ Anteil in mir, und wird vom „gewissenhaftem“ be- bzw. verurteilt. -> Identifikation.

        Oder aber weg von Rationalität und hin zum „sein“.

        Ein wenig runtergebrochen wäre das für mich ein intuitiv dynamischer Austausch beider „Formen der Herangehensweise“.. also ein Spiel zwischen Intuition und Reflexion.. was dann glaub ich wieder viel mit Vertrauen zu sich selbst zutun haben kann – also was für ein Zugang hab ich zu meiner Intution und wie lass ich die beiden wichtigen Pfeiler zusammenarbeiten, ohne mich dabei aber zu verkopfen! 🙂

        • Raphael Antworten

          Hallo Kyros,

          danke für deinen ergänzenden Kommentar. Ist ein faszinierender Aspekt, den du hervorhebst! Ist mir auch aufgefallen, dass ein Teil in mir oft eher rational bewertend und ein anderer Anteil intuitiv fühlend unterwegs ist und sie so aneinandergeraten. „Wie können diese beiden Qualitäten zusammenarbeiten – ohne sich zu verklopfen!“ Diese Frage merke ich mir für zukünftige Artikel. 🙂

          LG,
          Raphael

          • kyros

            Vielen Dank für deine Antwort 🙂

            Ist Gleichgewicht und Balance nicht auf so viele „Themen“ und ihre Buntheit/Vielfallt zu übersetzen? 🙂

            Ohne Hass keine Liebe, ohne Trauer keine Freude? usw..

            Liebste Grüße,

            Kyros

            ps. weiter so! sehr spannend und wertvoll was du schreibst 😉

  4. gabriel heinzl Antworten

    hallo raphael ! hab mir alles durchgelesen,weil mich das thema interessiert. die frage die mich dabei als erstes beschäftigt: bist DU „profi“ oder „laie“ ? denn: es gibt ganz bestimmte „regeln“ die von professionell in versch.mit psychologie verbudenen berufen tätigen personen zuerst in ihrer ausbildung gelernt und dann (hoffentlich) auch beim ausüben ihrer tätigkeit beachtet werden. es ist daher meiner meinung nach EINE sache als laie(z.b. journalist,buchautor oder interessierte privatperson)über solche themen zu recherchieren und dann ein bestimmtes,gesammmeltes bzw. überblickswissen weiterzugebenund sich mit anderen darüber auszutauschen – aber eine ANDERE(und meines wissens nach sehr heikle und verantwortungsvolle) anderen „ratschläge“ zu geben.ich nehme an,daß Du Dir dessen bewußt bist und würde gerne Deine meinung dazu kennen lernen und erfahren welches Deine „qualifikationen“ sind oder wo ich sie erfahren kann. lg gabriel

    • Raphael Antworten

      Hallo Gabriel,

      danke für dein Kommentar und deine Achtsamkeit für die Auswirkungen von Persönlichkeitsarbeit.

      Ich bin weder Profi noch Laie. Profis sind für mich erfahrene Therapeuten und Coaches die Tausende Coaching/Therapiestunden absolviert haben. Meine Qualifikationen kannst du auf meiner über mich Seite nachlesen. Ich bin kein Therapeut habe aber die Hypnosystemische Coaching Ausbildung im Milton Erickson Institut zwei mal absolviert und mit dieser Idee schon viel mit mir und anderen Menschen gearbeitet. Von daher traue ich mich sagen, dass die Idee und Ratschläge hier sicher sind, solange man nichts erzwingen will und mit Achtsamkeit vorgeht. Jede Methode ist ein Werkzeug, dass zum Hammer werden kann, mit dem man sich selbst schadet – wenn hinter meinen Zielen Abwertungen stecken oder ich Dinge erzwingen will.

      Meiner Meinung qualifizieren Ausbildungen leider wenig um mit Menschen zu arbeiten. In diesem Bereich (wie in vielen anderen) braucht es viel Eigeninteresse, Motivation, Lernfreudigkeit und Übung, um Profi zu werden. Ich bin noch keiner, aber arbeite hart daran. 🙂

      Liebe Grüße,
      Raphael

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